Beziehungscoach und Date Doktor Emanuel Albert zeigt dir, wie du den Weg aus einer toxischen Beziehung raus findest. Er verrät dir, woran du erkennst, dass du in einer toxischen Beziehung steckst. Du kannst nach einer toxischen Beziehung heilen und sie verarbeiten – ohne, dass zukünftige Beziehungen darunter leiden. 

Im Laufe deines Beziehungs-Lebens bist du vielleicht schon mal in einer toxischen Beziehung gewesen. Vielleicht hast du auch erst im Nachhinein erkannt, dass deine Beziehung toxisch war. 

Vielleicht bist du auch unsicher, ob du eine toxische Beziehung erlebst oder erlebt hast oder möchtest es nochmal überprüfen? Dann kannst du hier und heute den kleinen Selbsttest machen! 

Was ist eine toxische Beziehung ?

Der Begriff toxische Beziehung wird Umgangssprachlich vielfältig verwendet und meint damit meist unglückliche Beziehungen. In der Psychologie spricht man von dysfunktionalen Beziehungen. 

Gekennzeichnet sind diese toxischen oder dysfunktionalen Beziehungen dadurch, dass mindestens ein Partner psychisch oder körperliches Leid erlebt und die Beziehung mindestens eine Person schädigt. 

Meist laufen toxische Beziehungen nach einem Muster ab, in einem Moment ist alles wunderschön und voller Liebe und im nächsten Moment kippt es plötzlich. 

Das Fiese: Es ist ein schleichender Prozess und oft merkst du es erst, wenn du schon zu tief drin hängst, als dass du dich von selbst wieder lösen kannst. 

Gibt es toxische Partner?

Es gibt Menschen, die Themen mit in eine Beziehung bringen, die dazu führen können, dass eine Beziehung eher toxisch wird. 

Generell muss man allerdings sagen, dass es per se keine toxischen Partner gibt. Es kommt immer darauf an, welche Menschen da gerade aufeinander prallen und welche Beziehungsdynamik daraus entsteht. 

Persönlichkeitsstörungen können toxische Beziehungen begünstigen

Von einigen Störungsbildern ist bekannt, dass Betroffene mehr Schwierigkeiten in romantischen Beziehungen haben, als Personen ohne diese Störungen. 

Dazu gehören ganz klar Persönlichkeitsstörungen, wie zum Beispiel die narzisstische Persönlichkeitsstörung oder die emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline). 

Gerade wenn Partner aufeinander treffen, die beide eine Persönlichkeitsstörung haben, kann das hochexplosiv und schwierig fürs Beziehungsleben sein. 

Sind es normale Paarpobleme oder ist es schon toxisch?

Häufig erlebe ich, wie Klienten unbedingt wissen wollen, war ihr/e Partner/in mitbringt. Ob der Partner zum Beispeil narzisstisch ist und die Beziehung daher toxisch ist. Bevor wir uns darüber Gedanken machen, warum eine Beziehung toxisch geworden ist, ist es wichtig, erstmal zu begreifen, ob die Beziehung wirklich toxisch ist oder ob ihr ganz normale Paarprobleme habt. 

Ich bitte dich daher jetzt einen kleinen Selbsttest mitzumachen. Hinterfrage kritisch die folgenden Punkte. Achtung: Eventuell tut es weh, hier genau hinzuschauen. Trau dich dem ins Auge zu Blicken. Das ist der erste wichtige Schritt. 

Woran erkenne ich eine toxische Beziehung? – Der Test

Wichtig ist vorneweg zu sagen, dass nicht ALLE Anzeichen gegeben und vorhanden sein müssen. Wenn du allerdings feststellst, dass die Mehrheit der Punkte auf dich zutrifft, dann bist du möglicherweise in einer toxischen Partnerschaft.

1. Anzeichen: Am Anfang ist alles zu schön, um wahr zu sein

Jeder kennt es vermutlich: Das Gefühl der Verliebtheit. 

Natürlich startet auch eine toxische Beziehung mit einem regelrechten Feuerwerk. Du verfällst diesem Partner buchstäblich Hals über Kopf. Alles ist so einfach und leicht – und er/sie verdeutlicht, wie schillernd und blumig eure Zukunft zusammen aussehen könnte. Das vernebelt in dem Moment deine Realität und du lässt dich von seinen/ihren Aussagen richtig schön in Watte packen. 

Ja, auch in einer gesunden Beziehung gibt es die Verliebtheitsphase, wo du alles durch die rosarote Brille siehst. Doch hier gibt es einige wichtige unterschiede: 

  • Die Verliebtheitsphase in toxischen Beziehungen startet schneller (schon beim ersten oder zweiten Treffen, seid ihr völlig hin und weg) 
  • Es kommt häufiger zu Love Bombing 
  • Es kommt zu einer so extremen Verschmelzung, dass du das Gefühl hast hier nicht mehr rauszukommen 
  • Es kommt zu Kontrollverhalten (dein Partner/in will immer wissen, was du machst, in jeder Sekunde und du traust dich gar nicht mehr eigenständig unterwegs zu sein) 

Vielleicht hast du auch bereits eine schlechte Beziehungserfahrung hinter dir und bist deswegen so dankbar, dass ENDLICH der perfekte Partner vor dir steht. Doch Vorsicht! Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

2. Anzeichen: Zwischen Wolke Sieben und tiefer Verzweiflung …

Es gibt Momente in denen alles wunderschön ist und du fühlst dich vollkommen angekommen. Doch plötzlich kippt es und es kommt zu Situationen, die schwierig werden. Manchmal sind es ganz kleine Momente und du kannst nicht mal genau begreifen, was da eigentlich passiert. 

Ich gebe dir ein mögliches Beispiel:

Dein Partner hat des Öfteren erwähnt, dass große Treffen mit Freunden eigentlich nicht so “sein/ihr Ding” ist. Du verstehst das und wenn ihr etwas zusammen macht, dann zu zweit. 

Doch dann kommen plötzlich Aussage in Richtung: 

“Puh, können wir nicht mal etwas mit anderen unternehmen? Immer zu zweit ist auch anstrengend…” Du bist verwirrt. Normalerweise war es doch genau was er/sie wollte?! Anstrengend oder langweilig willst du nicht sein und für dich spricht nichts dagegen auch mal Freunde zu treffen! Also schlägst du bald darauf ein Treffen mit Freunden vor. Ohne es zu merken, verfällst du in ein Verhalten, bei dem du nun alles für diesen Partner perfekt machen willst. Doch irgendwie ist es nie richtig oder nie genug. 

Wenn du dieses Gefühl kennst, ist das ein Warnzeichen für eine toxischen Beziehung. 

3. Anzeichen: du wendest dich von Freunden/Familie ab

Dein/e Partner/in steht bei dir an oberster Stelle. Letztendlich willst du ja mit diesem Menschen eine Zukunft aufbauen. Das ist auch ganz normal. 

In toxischen Beziehung, kommt folgendes Beispiel allerdings häufiger vor: 

Dein/e Partner/in lässt immer Mal wieder Dinge fallen, wie: 

“Ich habe echt das Gefühl, dass die mich nicht leiden können!” oder “Die haben etwas gegen mich – das spüre ich.” Du willst nicht, dass es deinem geliebten Menschen schlecht geht und du weißt, wie unwohl man sich fühlt, wenn man sich ausgegrenzt vorkommt. Vielleicht versuchst du es zunächst aufzulösen, doch als das nicht klappt, verminderst du den Kontakt zu den Menschen, mit denen dein Partner ein Problem zu haben scheint. 

Es kann auch sein, dass sein Partner dich um den Finger wickelt, indem er/sie Dinge sagt, wie: 

“Du warst doch gestern schon mit deinen Freunden unterwegs, heute brauche ich dich mal, ganz für mich allein.” 

Achtung: Tückisch wird es, wenn du dich immer mehr isolierst und im Grunde nur noch Kontakt zu deinem Partner/in hast.

Diese Art der Isolation tut deiner Psyche grundsätzlich nicht gut. Außerdem fehlt dir so auch schnell die Reflektion durch dein Umfeld und die Gefahr steigt, dass du immer mehr in eine toxische Beziehung gerätes ohne es zu merken. 

4. Anzeichen: Du beginnst dein/e Partnerin ständig zu verteidigen

Manchmal gibt es einen fließenden Übergang vom 3. bis zum 4. Anzeichen. Vielleicht hast du den Eindruck, dass deine Freunde und Familie wirklich nicht nett zu deinem Partner sind. Du beginnst ihn/sie zu verteidigen. 

Wenn du dich von allen anderen abwenden musst, um zu deinem Partner zu halten, ist das ein gefährliches Zeichen. Eventuell steckst du dann schon viel tiefer in einer ungesunden Abhängigkeit, als dir bewusst ist. 

Vielleicht fühlst du dich sogar manchmal verzweifelt und denkst, dass du ohne deinen Partner/in nicht leben kannst und alles tun musst, um irgendwie für ihn/sie da zu sein. Spätestens dann, solltest du dir professionelle Unterstützung durch einen Coach holen und klären, ob deine Beziehung toxisch ist. 

5. Anzeichen: DU wirst zunehmend unsicherer

Durch die widersprüchlichen Aussagen oder auch kleine fiese Kommentare (manchmal ganz unerwartet) wirst du verunsichert. Wie meint er/sie das? Du tust dich zunehmend schwer, deinen Partner/deine Partnerin zu lesen und bist dir auch der Liebe nicht immer zu 100 Prozent sicher. 

Was passiert dann mit dir? Du suchst vermehrt nach Bestätigungen für seine/ihre Liebe zu dir. Du weißt schließlich, wie schön und wunderbar es zu Beginn war. Das willst du nicht aufgeben! 

Achtung: Du verbiegst dich einen Hauch mehr, du stellst deine Bedürfnisse immer öfter hinter deine/n Partner/in, um für die Beziehung etwas Gutes zu tun. 

6. Anzeichen: Die Beziehung wird einseitig und folgt einem Muster

Vielleicht bemerkst du, dass Situationen sich wiederholen und ihr es irgendwie nicht aufgelöst bekommt. Dann seid ihr schon in einem Teufelskreis angekommen. 

Vielleicht stellst dich immer mehr hinten an und versuchst alles richtig zu machen, doch es reicht nie aus. Oder du bist verzweifelst, musst häufiger weinen und flehst deinen Partner an. Doch auch das bringt nichts. Dein/e Partnerin ändert überhaupt nichts, macht dich vielleicht sogar fertig dafür, dass du so weinerlich und schwach bist oder kommt mit Forderungen? 

Wenn deine Beziehung schon sehr geprägt ist durch den Egoismus, die Dominanz oder Kontrolle deines Partners und du investierst und investierst. Dann ist die Beziehung einseitig und schädlich für dich. Das wäre ganz klar toxisch. 

Du bist damit schon sehr weit in der Gefahr, dich selbst aufzugeben und zu opfern für (so denkst du es vielleicht noch) dein Glück. Alles führt jedoch nur dazu, dass dein Partner den Respekt vor dir verliert und das fördert wiederum weiter deine Suche nach Liebe und Bestätigung.

7. Anzeichen: Du verwechselst Leid mit Liebe

Vielleicht fühlst du dich geschwächt und verzweifelt. Es geht dir nicht gut in der Beziehung und eigentlich weißt du das auch. 

Doch du hälst dennoch fest. Eine große Falle ist nun, sein eigenes Leid mit Liebe zu verwechseln. Vielleicht glaubst du, dass es dir so schlecht geht, weil du ihn/sie so sehr brauchst, es ohne deinen Partner nicht geht. Vielleicht glaubst du, dass du dich so schlecht fühlst, weil er/sie dir so wichtig ist. 

Doch vielleicht hängst du einfach nur in einer toxischen Beziehung fest, aus der du nicht allein heraus kommst. 

Wann solltest du dich aus einer toxischen Beziehung trennen?

Man gerät schleichend in eine toxische Beziehung. Viele wissen irgendwann, dass ihnen die Beziehung nicht guttut. Es heraus zu schaffen ist allerdings nochmal etwas ganz anderes.

Hand aufs Herz: Welche Anzeichen treffen bei dir zu? Es gibt noch weitere, aber gerade diese sieben kommen häufig vor. Weitere Anzeichen und vor allem, wie du sie einordnest, verrate ich dir unter anderem in meinem Ratgeber Toxische Partner loslassen!

Es ist sehr schwer toxische Beziehungen zu heilen und nicht immer möglich. Lasse dir hier bei einem individuellen Coaching gerne eine Einschätzung geben. Wir helfen, deine Beziehung zu retten und geben dir ganz klares Feedback wo du stehst. Wenn die Beziehung schädlich ist, kommt es vor, dass wir von Beziehung retten oder einer Rückeroberung abraten. Dann geht es darum, wie du die Erfahrung verarbeiten und heilen kannst.

Lasse dir helfen! Schlage nicht jede helfende Hand weg! Du musst es nicht alleine schaffen! Du bist mehr wert! 

Natürlich hat dein Partner/deine Partnerin auch wunderbare Seiten – das streite ich nicht ab. Jedoch kann es auch einfach sein, dass sich in der Kombination Dinge eingeschlichen haben, die sehr ungesund für eine Beziehungsdynamik und dich sind.

Ich verspreche dir, dass du in einem Coaching lernst, wie du es schaffen kannst, wieder an Stärke und Selbstvertrauen zu gewinnen. UND: Du verarbeitest auf diesem Wege auch die Dinge, die dir über längere Zeit widerfahren sind. 

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Fazit

Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass toxische Beziehungen JEDEM passieren können. Es ist ein Prozess, den man oft erst viel zu spät durchschaut. Allerdings prägen sie dich auch für zukünftige Beziehungen! Ich rate dir deshalb unbedingt, die Verarbeitung genauso ernst zu nehmen, wie den Prozess, eine toxische Beziehung zu erkennen. 

Gerade Partnerschaften sollten nicht der Nährboden für schädliche Beziehungsdynamiken werden. Dafür können sie viel zu schön sein, nicht wahr?